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Mühldorfer stellen sich gegen Neonazis
Ein deutliches Zeichen setzten über 400 Menschen am vergangenen Samstag in der Mühldorfer Innenstadt. Neonazis hatten kurzfristig zu einer Kundgebung mit Demonstration gegen eine Asylbewerberunterkunft in der Kreisstadt aufgerufen. Die Route der Rechtsextremen sollte mitten durch die Altstadt führen – mit der zentralen Kundgebung direkt vor dem Rathaus.
Diesem Plan haben jedoch die Mühldorfer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die etwa 70 Neonazis haben es nicht in die Altstadt geschafft, weil erst das Stadttor, später auch eine Ausweichroute von den Gegendemonstranten blockiert wurde. Die Polizei leitete daraufhin den Demozug der Rechtsextremen wieder zurück zum Bahnhof, begleitet von einigen hundert Gegendemonstranten, die mit einem Konzert von Trillerpfeifen und lautstarken Buhrufen und Sprechchören die Neonazis praktisch aus der Stadt vertrieben haben.
„Ein voller Erfolg: Nazis haben in Mühldorf nichts zu suchen. Das haben wir heute couragiert deutlich gemacht,“ so Georg Schneider, der für die Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund auf der Kundgebung am Stadtplatz gesprochen hat.
Bunt gemischt waren die Teilnehmer der Gegenveranstaltung, von Gewerkschaften, über Parteien, Kirchen und weitere soziale und antifaschistische Gruppen, junge und ältere engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Genauso bunt gemischt war die Liste der weiteren Redner auf der Kundgebung am Stadtplatz. Richard Fischer, Unterbezirksvorsitzender der SPD Mühldorf und Gewerkschaftssekretär der IG Bauen-Agrar-Umwelt, hatte die Veranstaltung angemeldet, auf der unter anderem Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch, der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber, Vertreter aller anderen demokratischen Parteien und gesellschaftlicher und kirchlicher Gruppen betonten, dass es richtig und wichtig sei, mutig und entschlossen gegen Neonazis vorzugehen.
Richard Fischer freute sich über die massive Beteiligung der Mühldorferinnen und Mühldorfer, die zeige, „dass die Stadt mit dem braunen Gesocks nichts zu tun haben will.“




