
Das große Fasten kann beginnen
Viele Menschen verzichten alljährlich in der Fastenzeit. Die einen ganz modern auf Fernsehen oder sms… die anderen radikal altmodisch auf die gute feste Nahrung. Doch wie lange muss man durchhalten, und was ist dabei zu beachten?
Die Zahl derer, die den Aschermittwoch als Stichtag nehmen, um das alltägliche Konsum- und Genussverhalten zu unterbrechen steigt. Sie wollen während der knapp sieben Wochen bis Ostern auf etwas verzichten, das zur automatischen Gewohnheit oder sogar zum Laster geworden ist. Eine repräsentative Umfrage der DAK hat ergeben, dass immer mehr Menschen in Deutschland verzichten wollen. Demnach halten 60 Prozent die Enthaltsamkeit von bestimmten Genussmitteln und Konsumgütern für sinnvoll und viele stellen sich die Frage, ob beispielsweise der Wein am Abend schon alltäglich ist, oder ob es auch anders geht. Verzicht ist dann auch eine Selbsterfahrung.
Seit dem vierten Jahrhundert sind die Wochen vor Ostern Zeit für Buße und Besinnung. Das gilt jedenfalls für die Kirche. Der Zeitraum leitet sich aus einigen Bibelstellen hervor. Im Alten Testament wird berichtet, dass Moses während seines Aufenthalts auf dem Berg Sinai über einen Monat keine Nahrung und keine Getränke zu sich nahm. Aber nur in der katholischen und evangelischen Kirche, nein, in allen Weltreligionen hat das Fasten einen festen Platz. Nach katholischer Auffassung dient die Fastenzeit der Vorbereitung auf Ostern - beginnend am Aschermittwoch und endend am Karsamstag. Insgesamt sind es aber nur 40 Tage, da die Sonntage zwischen Aschermittwoch und Ostern nicht dazu zählen. Heute gelten als strenge Fastentage aber heute nur noch Aschermittwoch und Karfreitag.
Kein Fleisch und keine Eier?
In ganz streng katholischen Gegenden durften die Erwachsenen früher kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte essen. Laut Kirchenrecht ist aber eine Fleischspeise und eine Sättigung am Tag in Ordnung. Gemüsesuppen und flüssige Nahrung gelten immer noch als die klassischen Fastenspeisen. Die evangelische Kirche veranstaltet seit 25 Jahren die Aktion "7 Wochen Ohne“ und die Teilnehmer verzichten während dieser Zeit auf Alkohol oder Süßigkeiten. Fasten bezieht sich vor allem die Ernährung. Das kann über den Verzicht auf einzelne Lebensmittel wie Süßigkeiten oder Kaffee bis zum radikalen Heilfasten reichen, bei dem man nur Saft, Brühe oder Wasser zu sich nimmt. Möglich ist aber auch, das Verhalten umzustellen und beispielsweise nicht zu rauchen oder keine SMS zu versenden. Der Verzicht auf Süßes, Alkohol, Computerspiele oder Facebook stärkt angeblich das Ego… eine interessante Selbsterfahrung, nicht wahr?




