
Neuer Prozess zu Reichenhall-Katastrophe
Mehr als fünfeinhalb Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Eislaufhalle von Bad Reichenhall muss sich ein Gutachter seit Donnerstag erneut vor Gericht verantworten. Dem 58-Jährigen wird vorgeworfen, durch ein Billiggutachten den Tod von 15 Menschen mitverschuldet zu haben.
Der Bauingenieur ist vor dem Landgericht Traunstein in Bayern wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er hatte in der Expertise dem Gebäude, das 30 Jahre alt war, einen einwandfreien Zustand bescheinigt. Drei Jahre später stürzte das Dach ein. Zwölf Kinder und Jugendliche sowie drei Mütter starben am 2. Januar 2006 in den Trümmern.
Im November 2008 verurteilte das Traunsteiner Gericht den Konstrukteur des Hallendaches wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung. Den städtischen Gutachter und einen Architekten sprach es frei. 2010 kassierte der Bundesgerichtshof (BGH) den Freispruch für den Gutachter und verwies den Fall zur Neuverhandlung ans Landgericht zurück.
Die BGH-Richter monierten damals, der Bauingenieur habe das Hallendach nicht gründlich genug untersucht. Im neuen Prozess sollen 15 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden. Die Urteilsverkündung ist für den 27. Oktober geplant.




