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Abgeordnete schlagen Alarm: Kahle Bäume durch Funkwellen

Ein Bündnis aus Abgeordneten von Grünen, SPD und Freien Wählern im Bayerischen Landtag hinterfragt die sich mehrenden Hinweise auf gravierende Baumschäden in der Nähe von Mobilfunkmasten. In einem offenen Brief an die Staatsminister Markus Söder und Helmut Brunner fordern die Landtagsabgeordneten Dr. Hans Jürgen Fahn, Ulrike Müller, Maria Noichl und Anne Franke eine Expertenanhörung im Bayerischen Landtag und empfehlen eine Beobachtung der Entwicklung in den Bayerischen Staatsforsten. Ergibt die geforderte Expertenanhörung, dass Bäume durch die Dauerbestrahlung mit elektromagnetischen Wellen Schaden nehmen, wird man nicht nur die Standortfragen, sondern auch die derzeitigen Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Strahlung noch einmal überdenken müssen.
Die Grünen Landtagsabgeordnete Anne Franke warnt anlässlich von immer mehr Mobilfunkmasten der verschiedenen Netzbetreiber und der Einführung des neuen LTE-Standards sowie des Tetra-Funks vor einem „Großversuch am Menschen“. „In Deutschland beruft man sich nur darauf, die behördlich festgelegten Grenzwerte nicht zu überschreiten. Dabei lassen immer mehr ernst zu nehmende Studien verschiedenster Wissenschaftler und Organisationen erhebliche Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit aufkommen“, so die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen. Solange das Ausbleiben von Schäden aber nicht bewiesen sei, helfen nur Vorsorgekonzepte, die die Funkbelastung auf das unbedingt notwendige Maß reduzieren. Anne Franke rät dabei: „Städte und Gemeinden haben schon jetzt die Möglichkeit, die Strahlenbelastung für ihre Bürger so gering wie möglich zu halten. Bestes Beispiel, wie so etwas gelingen kann, sind die Städte Trostberg und Laufen.“
Hier werden auf Antrag der Grünen Standortgutachten durchgeführt, die die Strahlenbelastung für die Anwohner bei bester Abdeckung um 90% reduzieren können. Doch auch jeder Mensch selbst kann etwas tun, meint die Abgeordnete: „Viel zu wenig wird auf die hohe Strahlenbelastung durch Schnurlostelefone, W-LAN und lange Handybenutzung aufmerksam gemacht. Davor kann und muss sich jeder selbst und vor allem Kinder und Jugendliche schützen.“